Wahl eines Arbeiterrats

8. November, abends

Im Ludwigsbau wird ein Arbeiterrat gewählt.

Der Ludwigsbau konnte gestern abend die Masse der Arbeiter und Arbeiterinnen bei weitem nicht fassen, die auf Einladung der sozialdemokratischen Partei zusammengeströmt waren, um die Wahl der Exekutivgewalt, den Arbeiterrat, zu vollziehen. Zwar waren sämtliche Tische aus dem Saal entfernt, Mann an Mann gedrängt zwängten sich die Besucher, der Platz reichte nicht aus.

Als dann der Versammlungsleiter Genosse Simon die Erschienenen begrüßte und insbesondere den Genossen vom Soldatenrat die Brudergrüße entbot, da brauste ein Sturm der Begeisterung durch den Saal, wie er dort wohl noch nie gehört wurde. Der Vorsitzende machte auf den Zweck der Versammlung aufmerksam und streifte mit kurzen Worten die Ereignisse der letzten Tage.

Genosse Niekisch berichtete hierauf, wiederholt von stürmischem Beifall unterbrochen, über die Bildung des Soldatenrates. […]

Nach diesem Redner sprach Genosse Wernthaler, der über die im Laufe des Tages mit verschiedenen Stellen gepflogenen Verhandlungen berichtete […]

Nachdem noch Genosse Renner einige Worte der Versammlung gewidmet hatte, und nach eingehender Aussprache schritt der Vorsitzende zur Abstimmung über die als Arbeiterräte vorgeschlagenen Genossen. Die in Vorschlag gebrachte Liste fand einstimmige Annahme.

(SVZ, 9.11.1918)

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